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USV-Akku tauschen: Wann ist es Zeit?
Der Akku ist das Verschleißteil jeder USV, und er altert unbemerkt. Wie lange er hält, woran Sie einen nötigen Tausch erkennen, was der Selbsttest übersieht und wie Sie den Tausch planen, ohne die Server ungeschützt zu lassen.
Warum USV-Akkus altern
In den meisten USVs stecken verschlossene Blei-Akkus (VRLA). Sie altern auch dann, wenn die USV nie auf Akku umschaltet: Die ständige Erhaltungsladung zersetzt die Platten langsam. Das Datenblatt nennt eine Brauchbarkeitsdauer nach Eurobat, etwa „3–5 Jahre“ oder „10–12 Jahre“. Dieser Wert gilt bei 20 °C. Als Ende der Lebensdauer gilt üblicherweise, wenn der Akku nur noch 80 % seiner Nennkapazität liefert.
Den größten Einfluss hat die Temperatur. Als Faustregel halbiert sich die Lebensdauer etwa je 10 °C über 20 bis 25 °C:
| Umgebungstemperatur | Anteil der Brauchbarkeitsdauer | Beispiel: Akku mit 5 Jahren |
|---|---|---|
| 20–25 °C (klimatisierter Serverraum) | voll | etwa 5 Jahre |
| 30–35 °C (Technikschrank ohne Kühlung) | etwa die Hälfte | etwa 2–3 Jahre |
| 40–45 °C (Abstellkammer im Sommer) | etwa ein Viertel | etwa 1 Jahr |
Dazu kommen Tiefentladungen und häufige kurze Umschaltungen, etwa bei instabilem Netz. Lithium-Ionen-USVs halten deutlich länger, brauchen aber ebenfalls eine Überwachung.
Woran Sie erkennen, dass der Akku getauscht werden muss
| Warnzeichen | Woher | Was tun |
|---|---|---|
| USV meldet „Akku tauschen“ | APC-Anzeige „Replace Battery“, Eaton-Karten (MGE), NUT-Status RB | Tausch einplanen |
| Selbsttest fehlgeschlagen | Testergebnis per SNMP (RFC 1628) oder NUT | nach voller Ladung wiederholen, dann tauschen |
| Alarm „Batterie defekt“ | Alarmtabelle der USV (RFC 1628, Eaton) | sofort tauschen |
| Restlaufzeit sinkt bei gleicher Last | Verlauf von Restlaufzeit und Entladung | Kapazität lässt nach, Tausch einplanen |
| Akku älter als seine Brauchbarkeitsdauer | Einbaudatum in der Netzwerkkarte, bei NUT battery.date | vorsorglich tauschen |
| Akku aufgebläht, heiß oder riecht | Sichtprüfung | sofort tauschen |
Das gefährlichste Warnzeichen ist das, das niemand sieht: Die USV meldet „Akku tauschen“ auf ihrem Display im Serverraum, aber keiner schaut hin. Die Meldung gehört in eine Alarmierung.
Was der Selbsttest zeigt und was nicht
- Selbsttest — die USV schaltet für einige Sekunden auf Akku. Das findet defekte Blöcke und Verbindungsfehler, aber nicht, wie viel Kapazität noch übrig ist. Ein gealterter Akku besteht den Test oft noch, hält im Ernstfall aber nur einen Bruchteil der erwarteten Zeit.
- Laufzeitkalibrierung — die USV entlädt den Akku unter echter Last weitgehend und misst dabei die tatsächliche Laufzeit. Erst danach stimmt die angezeigte Restlaufzeit wieder. Die Kalibrierung belastet den Akku und lässt ihn für Stunden halb leer zurück. Führen Sie sie deshalb nur im Wartungsfenster mit voll geladenem Akku durch und nicht öfter als ein- bis zweimal im Jahr.
Ein regelmäßiger Selbsttest, etwa monatlich, ist trotzdem sinnvoll: Er fällt auf, bevor der nächste Stromausfall es tut. Wie die Restlaufzeit mit Last und Alter zusammenhängt, steht im Ratgeber USV-Laufzeit richtig berechnen.
Den Akkutausch planen
- Gleiche Spezifikation — Kapazität, Bauform und Brauchbarkeitsdauer wie im Handbuch der USV angegeben, Original-Akkupacks oder freigegebene Ersatztypen.
- Alle Blöcke eines Strangs gleichzeitig — ein neuer Block neben alten wird von diesen mit heruntergezogen.
- Zeitpunkt wählen — viele Rack-USVs erlauben den Tausch im laufenden Betrieb. Während des Tauschs schützt die USV die Last aber nicht. Kein Tausch bei angekündigtem Unwetter, und bei USVs ohne Hot-Swap nur im Wartungsfenster.
- Nach dem Tausch — Akku vollständig laden lassen, Einbaudatum in der Netzwerkkarte eintragen, Selbsttest ausführen und später die Laufzeit kalibrieren.
- Schwellwerte prüfen — mit neuem Akku stimmt die Restlaufzeit wieder. Passen Sie die Schwellwerte für die Abschaltung an die gemessene Laufzeit an.
- Entsorgung — Altakkus gehören nicht in den Hausmüll. Händler und Hersteller nehmen sie zurück.
Akkuzustand mit dem UPS Hyper-V Shutdown Monitor überwachen
Der UPS Hyper-V Shutdown Monitor fragt die USV ohnehin regelmäßig ab und wertet dabei auch den Akkuzustand aus:
- Alarm „Akku tauschen“ — meldet die USV einen nötigen Akkutausch oder einen fehlgeschlagenen Selbsttest, geht ein Alarm über die eingerichteten Kanäle hinaus, in jeder Edition per E-Mail und SNMP Trap.
- USV-Alarme im Dashboard — aktive Alarme wie „Batterie defekt“ aus der Alarmtabelle der USV, per SNMP und NUT.
- Batterie-Gesundheitstrend — vergleicht im Berichte-Tab die Entladerate der älteren mit der jüngeren Hälfte des Zeitraums und zeigt die Selbsttest-Historie. Eine einfache, nachvollziehbare Heuristik, keine Vorhersage.
- Selbsttest nach Zeitplan — manuell oder wöchentlich bzw. monatlich, per SNMP oder NUT. Der Test startet nur am Netz, ohne Bypass und mit ausreichender Akkuladung.
Welche Werte eine USV liefert, hängt vom Hersteller und von der Netzwerkkarte ab. Die Anzeige „Akku tauschen“ wertet die Software bei APC, bei Eaton-Karten der MGE-Reihe und über NUT aus.
Checkliste für den USV-Akku
- Einbaudatum bekannt — in der Netzwerkkarte eingetragen und im Wartungsplan vermerkt.
- Temperatur im Blick — die USV steht nicht im wärmsten Winkel des Raums.
- Alarm eingerichtet — „Akku tauschen“ und „Selbsttest fehlgeschlagen“ landen bei einer Person oder im Ticketsystem.
- Selbsttest regelmäßig — etwa monatlich, mit ausgewertetem Ergebnis.
- Laufzeit gemessen — die Schwellwerte passen zur tatsächlichen Laufzeit, nicht zur Datenblatt-Angabe.
- Tausch geplant — rechtzeitig vor Ende der Brauchbarkeitsdauer, nicht erst nach dem ersten Ausfall.
Häufige Fragen
Wie lange hält ein USV-Akku?
Das hängt vor allem von der Brauchbarkeitsdauer laut Datenblatt und von der Temperatur ab. Ein Blei-Akku mit 3–5 Jahren hält bei 20 bis 25 °C etwa so lange, bei 30 bis 35 °C nur etwa die Hälfte.
Reicht ein bestandener Selbsttest als Nachweis?
Nein. Der Selbsttest findet defekte Blöcke, misst aber nicht die verbleibende Kapazität. Die tatsächliche Laufzeit zeigt erst eine Laufzeitkalibrierung oder ein echter Ausfall.
Kann ich den USV-Akku im laufenden Betrieb tauschen?
Bei vielen Rack-USVs ja, wenn das Handbuch den Tausch im laufenden Betrieb vorsieht. Während des Tauschs ist die Last aber nicht geschützt. Bei USVs ohne diese Möglichkeit tauschen Sie im Wartungsfenster.
Muss ich alle Akkublöcke gleichzeitig tauschen?
Ja, alle Blöcke eines Strangs. Ein neuer Block neben gealterten wird von diesen mit heruntergezogen und altert schneller.
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