Zum Inhalt springen
UPSmonitor 247-IT

247-IT Ratgeber

Eaton IPM-Alternative für Hyper-V

Eaton Intelligent Power Manager ist ein umfangreiches Werkzeug für Rechenzentren. Für reine Hyper-V-Umgebungen ist das Lizenzmodell entscheidend: Jeder Host zählt als Knoten. Ein Vergleich mit Lizenzmodell, Editionen und Hyper-V-Anbindung.

01 Ausgangslage Bei Eaton gibt es zwei Werkzeuge, die oft verwechselt werden.

Zwei Eaton-Produkte, zwei Aufgaben

Wer eine Eaton-USV kauft, stößt auf zwei Programme. Sie lösen unterschiedliche Aufgaben, und die Wahl zwischen ihnen entscheidet über Aufwand und Kosten:

  1. Intelligent Power Protector (IPP) — ein kostenloser Agent, der auf jedem zu schützenden Rechner installiert wird und genau diesen Rechner herunterfährt. Für einen einzelnen Hyper-V-Host an einer Eaton-USV reicht das oft. Bei mehreren Hosts bedeutet es: ein Agent pro Host, eine Konfiguration pro Host, keine gemeinsame Reihenfolge.
  2. Intelligent Power Manager (IPM) — die zentrale Verwaltung mit Weboberfläche. IPM überwacht USVs, PDUs und weitere Geräte, steuert Hypervisoren ohne Agent und läuft als Windows-Installation oder als virtuelle Appliance. Eaton bietet IPM 2 in den Editionen Monitor, Manage und Optimize an.

Für mehrere Hyper-V-Hosts mit geordneter Abschaltung ist IPM das passende Eaton-Produkt. Um IPM geht es in diesem Vergleich.

02 Lizenzmodell Bei IPM zählen nicht nur die USVs.

Was bei IPM ein Knoten ist

IPM 2 wird pro Knoten lizenziert, als Abonnement oder als Dauerlizenz mit befristetem Anspruch auf Updates. Laut Eatons Preisübersicht zu IPM 2 ist ein Knoten eine USV oder Rack-PDU, ein Hypervisor, ein nicht virtualisierter Server oder ein Speichersystem. Unter IPM 1 zählten nur die Stromversorgungsgeräte.

Beispiel: Knoten nach der IPM-2-Zählweise
Umgebung Knoten
1 USV, 3 Hyper-V-Hosts4
2 USVs, 3 Hyper-V-Hosts, 1 physischer Fileserver6
2 USVs, 6 Hyper-V-Hosts, 1 SAN9

Dazu kommt die Edition. Hostaktionen wie das Herunterfahren eines Hypervisors gibt es ab Manage. Aktionen auf einzelne VMs, Migration, Lastabwurf und das Herunterfahren eines Clusters gehören zu Optimize. Jeder weitere Host erhöht also die Lizenzkosten, und beim Abonnement kommen sie jedes Jahr wieder.

Stand der Herstellerangaben: Oktober 2026. Konditionen und Editionen können sich ändern, aktuelle Preise nennt Eaton oder der Fachhandel.

03 Hyper-V Beide Werkzeuge steuern Hyper-V ohne Agent per WinRM.

Hyper-V-Anbindung im Detail

IPM 2 unterstützt laut Kompatibilitätstabelle Hyper-V als Rolle und auf Server Core sowie System Center Virtual Machine Manager (SCVMM). Die Verbindung läuft wie beim UPS Hyper-V Shutdown Monitor über WinRM, ohne Agent auf den Hosts. Zwei Punkte aus Eatons Unterlagen sollten Sie vor der Entscheidung prüfen:

  1. WinRM-Authentifizierung — die Kompatibilitätstabelle zu IPM 2.7 nennt für Hyper-V WinRM mit aktivierter Basic-Authentifizierung und unverschlüsseltem Transport. Das widerspricht gängigen Härtungsvorgaben. Klären Sie mit Eaton, was für Ihre Version gilt. Der UPS Hyper-V Shutdown Monitor nutzt standardmäßig Negotiate (Kerberos bzw. NTLM, verschlüsselt) und auf Wunsch HTTPS.
  2. Cluster-Abschaltung — die Aktion zum Herunterfahren eines Clusters setzt voraus, dass IPM außerhalb des Clusters läuft. Das gilt sinngemäß für jedes Werkzeug: Wer den Cluster abschaltet, darf nicht selbst darauf laufen. Mehr dazu im Ratgeber Hyper-V Failover-Cluster bei Stromausfall.
04 Gegenüberstellung Die Punkte, die bei Hyper-V-Umgebungen den Ausschlag geben.

Eaton IPM und UPS Hyper-V Shutdown Monitor im Vergleich

Vergleich für Hyper-V-Umgebungen
Kriterium Eaton IPM 2 UPS Hyper-V Shutdown Monitor
Lizenzpro Knoten, Abonnement oder Dauerlizenz mit Update-ZeitraumEinmallizenz, 139 € bis 349 €
Mehr Hyper-V-Hostsjeder Host ist ein weiterer Knotenunbegrenzt in allen Editionen
VMs herunterfahrenHostaktionen ab Manage, VM-Aktionen mit OptimizeHerunterfahren oder Speichern je VM in allen Editionen
Live-Migration statt AbschaltungMigration mit Optimizeab Pro
USVs anderer HerstellerÜberwachung per RFC 1628 oder NUT, Abschaltung damit nur mit OptimizeAPC, Eaton, Socomec, Vertiv, Huawei, CyberPower, RFC 1628 und NUT in allen Editionen
BetriebWindows oder virtuelle Appliance, WeboberflächeWindows-Anwendung und Dienst, Weboberfläche in Enterprise
Weitere GerätePDUs, ATS, Racks, Speichersysteme, VMwareHyper-V-Hosts und weitere Windows-Server
05 Fair bleiben Für manche Umgebungen ist IPM die bessere Wahl.

Wann Eaton IPM die richtige Wahl ist

IPM spielt seine Stärken aus, wo es um mehr geht als um Hyper-V und eine Handvoll USVs:

  1. Große Eaton-Flotten — Massenkonfiguration der Netzwerkkarten und alle Gerätedaten in einer Oberfläche.
  2. Rechenzentrum mit PDUs und Racks — Stromketten, Rackansichten und Umgebungssensoren gehören bei IPM dazu.
  3. Gemischte Virtualisierung — wenn neben Hyper-V auch VMware vCenter oder ESXi abgesichert werden muss.
  4. Bestehender Eaton-Rahmenvertrag — wenn Lizenzen und Support ohnehin über Eaton laufen.

Für eine reine Hyper-V-Umgebung mit wenigen USVs, eventuell von verschiedenen Herstellern, zahlen Sie bei IPM für Funktionen, die Sie nicht brauchen, und für jeden Host extra. Den gleichen Gedanken für APC beschreibt der Ratgeber PowerChute-Alternative für Hyper-V.

06 Checkliste Fünf Fragen, die die Entscheidung meist vorwegnehmen.

Checkliste für die Entscheidung

  1. Wie viele Knoten kommen zusammen? USVs, Hosts, physische Server und Speichersysteme zählen, und zwar für die nächsten Jahre.
  2. Welche Edition brauchen Sie? Sollen VMs gezielt heruntergefahren oder migriert werden, ist es Optimize.
  3. Stehen USVs anderer Hersteller im Netz? Dann prüfen, ob die Abschaltung über RFC 1628 oder NUT in Ihrer Edition enthalten ist.
  4. Passt die WinRM-Konfiguration zu Ihren Sicherheitsvorgaben? Basic-Authentifizierung ohne Verschlüsselung ist in vielen Umgebungen nicht erlaubt.
  5. Brauchen Sie PDUs, Racks oder VMware? Wenn ja, spricht viel für IPM. Wenn nein, reicht ein spezialisiertes Werkzeug.
07 Fragen Kurze Antworten auf häufige Fragen.

Häufige Fragen

Ist Eaton IPM kostenlos?

Nein. IPM 2 wird pro Knoten lizenziert, als Abonnement oder als Dauerlizenz mit befristetem Update-Anspruch. Eaton bietet eine Testversion der Optimize-Edition an. Kostenlos ist der Agent Intelligent Power Protector (IPP), der nur den Rechner herunterfährt, auf dem er installiert ist.

Was zählt bei Eaton IPM als Knoten?

Laut Eatons Preisübersicht zu IPM 2 eine USV oder Rack-PDU, ein Hypervisor, ein nicht virtualisierter Server oder ein Speichersystem. Drei Hyper-V-Hosts an einer USV ergeben also vier Knoten.

Kann Eaton IPM USVs anderer Hersteller abschalten lassen?

IPM überwacht USVs anderer Hersteller über RFC 1628 (SNMP) oder NUT. Laut Eatons Kompatibilitätsliste ist die Abschaltung auf dieser Grundlage der Optimize-Lizenz vorbehalten.

Kann ich Eaton IPM und den UPS Hyper-V Shutdown Monitor parallel betreiben?

Ja, beide lesen die USV per SNMP. Es sollte aber nur ein Werkzeug dieselben Hosts herunterfahren. Das andere tragen Sie ohne Hosts ein oder nutzen es nur zur Überwachung, etwa mit der Betriebsart „Nur Überwachung“ der Enterprise-Edition.

Hyper-V-Hosts ohne Knotenlizenz absichern

30 Tage kostenlos, alle Funktionen inklusive. Eine Einmallizenz für unbegrenzt viele Hyper-V Hosts, mit Eaton-USVs und jeder anderen SNMP- oder NUT-fähigen USV.